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Adalbert Czerny

Neben Pädiatern wie Otto Heubner oder Theodor Escherich gilt Adalbert Czerny als herausragender Kinderarzt und als Mitbegründer der modernen Kinderheilkunde.

Leben und Werdegang

Adalbert Czerny wurde 1863 im heutigen Polen geboren. Mit 18 Jahren begann der Sohn eines Ingenieurs sein Studium der Medizin an der Deutschen Universität in Prag, an welcher er 1888 promovierte. Bereits während seiner Studienzeit legte Czerny erste Schwerpunkte auf den Bereich der Physiologie, Histologie und Embryologie. Im Anschluss an seine Promotion nahm ihn Alois Epstein als Assistenten unter seine Fittiche und bildete ihn zu Pädiatren aus. Mit der frisch anerkannten Professur ging Adalbert Czerny 1984 nach Breslau um als Kinderarzt eine eigene Kinderklinik aufzubauen. Diese sollte die Pädiatrie als Prüfungsfach im medizinischen Examen enthalten.
1913 übernahm Adalbert Czerny den Lehrstuhl für Kinderheilkunde an der Charité in Berlin, wo er die internationale Pädiatrieschule begründete. 1941 starb er in Berlin, wurde jedoch in Pilsen beigesetzt.

Die Studien Adalbert Czernys

Bereits in Breslau stellte Czerny Theorien über verhaltensauffällige Kinder auf. Aus seinen Untersuchungen leitete er spezifische Charakteristika von schwererziehbaren Kindern ab, welche die heutige Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bestimmen. Des Weiteren konzentrierten sich seine Untersuchungen auf den Zusammenhang zwischen Ernährungsstörungen und dem Verhalten von Kindern. In Berlin setzte er seine Forschungen zur Stoffwechselpathologie und Ernährungsphysiologie von Säuglingen weiter fort.

Werke

Zusammen mit den Ergebnissen aus Breslau fasste Adalbert Czerny seine gewonnenen Erkenntnisse aus Berlin 1907 in dem Werk „Des Kindes Ernährung, Ernährungsstörungen und Ernährungstherapie“ zusammen. Die beiden Bände gelten in der Heilkunde bis heute als Grundlage der Ernährungslehre für Kinder. In den folgenden Jahren erschienen weitere Veröffentlichungen Adalbert Czernys:

  • „Ueber die Bedeutung der Inanition bei Ernährungsstörungen der Säuglinge“ (1911)
  • „Die Entstehung und Bedeutung der Angst im Leben des Kindes“ (1915)
  • „Zur Kenntnis der Zirkulationsstörrungen bei akuten Ernährungsstörungen der Säuglinge“ (1915)
  • „Die Erziehung zur Schule“ (1916)
  • „Die Psychologie des Kindes“ (1921)
  • „Der Arzt als Erzieher des Kindes“ (1922)

Posthume Ehrungen

An die herausragenden Leistungen Adalbert Czernys auf dem Gebiet der Kinderheilkunde erinnert die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin alljährlich mit der Verleihung des Adalbert-Czerny-Preises. Für zahlreiche Kinderkrankheiten, die Czerny entdeckte, wurde er zum Namensgeber, so z.B. für:

  • Czerny-Diathese (Überempfindlichkeit der Haut und Schleimhäute)
  • Czerny-Atmung (Einziehung gebrochener Rippen in den Brustkorb bei der Atmung)
  • Czerny-Anämie (verminderte Hämoglobinkonzentration bei Säuglingen)